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von Daniela Kontopirakis 12.08.2026
Brauchtum & Tradition

Wenn Musikgeschichte weiterklingt

Von Schubert und Schönberg zu den Weltklasse-Solisten von heute. Eine Geschichte über besondere Begegnungen, große Namen und darüber, warum Musik hier bis heute ihren Platz am See findet.

 


Ein Jahrhundert Musik am See

Wenn der Sommer am Traunsee langsam ruhiger wird, bekommt Traunkirchen noch einmal eine ganz eigene Bühne. Der Spätsommer gehört hier seit jeher auch der Kultur – und besonders der Musik.

Franz Schubert war hier zu Gast, Arnold Schönberg ließ sich vom Ort inspirieren und begründete mit Benefizkonzerten 1922 und 1923 die öffentliche Kammermusiktradition. Mehr als 100 Jahre später wird diese Geschichte weitergeschrieben: Am ersten Septemberwochenende bringt Sound of Sommerfrische fünf international renommierte Solist:innen nach Traunkirchen.

 


Von Schubert und Schönberg bis heute

Musik und Traunkirchen verbindet eine lange Geschichte. Franz Schubert war im 19. Jahrhundert bei seinem Freund und Förderer Josef Ritter von Spaun zu Gast. Musik gehörte damals selbstverständlich zum gemeinsamen Leben – zu Begegnungen, Gesprächen und zur Zeit, die man miteinander verbrachte. Genau an diese Form des Zusammenseins knüpft heute auch Sound of Sommerfrische an.

Ein weiteres bedeutendes Kapitel begann Anfang der 1920er-Jahre. Arnold Schönberg verbrachte regelmäßig seine Sommer in Traunkirchen. 1921 entstand hier sein erstes Zwölftonwerk. Als die Pfarre kurz darauf Geld für die Reparatur des Kirchendachs benötigte, initiierte Schönberg 1922 und 1923 Benefizkonzerte. Sie markieren den Beginn der öffentlichen Kammermusiktradition in Traunkirchen.

Danach verlagerte sich die Kammermusik für längere Zeit wieder stärker in die privaten Sommerresidenzen. Anfang der 1990er-Jahre wurden die öffentlichen Konzerte neu belebt, 2014 wurde schließlich der Verein Internationale Kammermusik Traunkirchen gegründet.

Über Generationen hinweg hat sich die Form verändert. Geblieben ist die Idee, dass Kultur hier nicht nur Programmpunkt ist, sondern Teil des Ortes und des gemeinsamen Erlebens.

 


Sound of Sommerfrische 2026

Gerade im Spätsommer wird diese Verbindung wieder besonders spürbar. Sound of Sommerfrische versteht sich bewusst nicht als klassisches Festival mit einer Abfolge von Konzertterminen. Internationale Musiker:innen kommen nach Traunkirchen, verbringen gemeinsam Zeit am See und begegnen einander auch abseits der Bühne. Aus dieser Atmosphäre entstehen die beiden öffentlichen Konzerte.

Am 5. und 6. September 2026 treffen fünf außergewöhnliche Musiker:innen aufeinander.

Cellist Daniel Müller-Schott konzertiert mit Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem New York Philharmonic und dem London Symphony Orchestra. Der Grammy-nominierte Bratschist und Dirigent Maxim Rysanov ist bei den BBC Proms sowie Festivals in Verbier, Salzburg und Edinburgh zu Gast. Jurek Dybał ist Stimmführer der Kontrabässe bei den Wiener Philharmonikern und der Wiener Staatsoper.

Die malaysische Pianistin Magdalene Ho zählt zu den spannenden jungen Stimmen der Klassikszene und gewann 2023 mit 19 Jahren den Clara-Haskil-Klavierwettbewerb. Roland Greutter, Gründer und künstlerischer Leiter von Sound of Sommerfrische, blickt auf eine internationale Karriere von der Carnegie Hall bis zur Berliner Philharmonie zurück und prägte über Jahrzehnte das NDR Elbphilharmonie Orchester.

 

Daniel Müller-Schott sitzt mit seinem Cello vor einem dunklen Hintergrund.

Musik, Begegnung und Gastfreundschaft

Noch bevor die öffentlichen Konzerte beginnen, trifft sich ein kleiner Kreis aus Künstlern, Freunden und Förderern bei einer privaten Soirée im historischen Bergbauernhaus von Wolfgang Gröller. Bei Musik, gutem Essen, Wein und Gesprächen entsteht jene Atmosphäre, an die Sound of Sommerfrische bewusst anknüpft: Musik nicht nur als Aufführung, sondern als Teil gemeinsamer Zeit.

Für Wolfgang Gröller ist die Unterstützung von Kunst und Kultur in Traunkirchen seit vielen Jahren eine persönliche Herzensangelegenheit. Über Jahre brachte er im Rahmen der Sommerakademie und der Osterzeichnungen Künstler:innen nach Traunkirchen und schuf Raum für Austausch, gemeinsames Arbeiten und persönliche Begegnungen. Sound of Sommerfrische führt diese Verbindung auf musikalischer Ebene weiter.

 

Zwei Konzerte, die nachklingen

Am Samstag, 5. September um 17 Uhr steht die Pfarrkirche Traunkirchen ganz im Zeichen Franz Schuberts. Bei der Soirée – Schubertiade erklingen ausgewählte Werke und Bearbeitungen sowie das berühmte „Forellenquintett“.

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Am Sonntag, 6. September um 11 Uhr folgt die Matinee – Brahmsiade mit Sonaten und Johannes Brahms' Klavierquartett Nr. 3 c-Moll. Beide Konzerte finden im Rahmen der Salzkammergut Festwochen Gmunden statt.

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Kultur, See und ein Spätsommerwochenende

Anfang September zeigt sich Traunkirchen von einer besonders schönen Seite. Der große Sommertrubel wird leiser, der See bleibt, und Kultur bekommt Raum.

Zwischen Schubertiade und Brahmsiade bleibt Zeit für einen Morgen am Wasser, einen langen Abend beim Essen oder einfach ein paar Stunden ohne Programm. So wird aus zwei Konzerten ein Spätsommerwochenende zwischen Musik, See und Genuss.

Sound of Sommerfrische
5. & 6. September 2026
Pfarrkirche Traunkirchen

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über den Autor

Daniela Kontopirakis

Mit jahrelanger Erfahrung in der Hotellerie habe ich 2021 die Rezeptionsleitung im Hotel Post am See übernommen. Nach meiner Karenzzeit – als Mama und während meiner Weiterbildung im Online-Marketing – bin ich seit Frühjahr 2025 wieder mit frischem Blick und viel Herz im Marketing-Team von GRÖLLER Hospitality tätig. Als leidenschaftliche Reisende, Hundeliebhaberin und kreative Denkerin bringe ich sowohl Empathie als auch Struktur in meine Arbeit ein – und freue mich, unsere Hotels online so zu zeigen, wie sie wirklich sind: echt, lebendig und mit Liebe zum Detail.