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von Nadja Rauss, Marketing 02.04.2026
Kulinarik

Das Ei. Mehr als ein Frühstück.

Für Lukas Nagl, Küchenchef im Bootshaus und Executive Chef der Gröller Hospitality, ist das Ei eines der vielseitigsten und wertvollsten Lebensmittel überhaupt. „Mit einem Ei kann man tausend Gerichte machen“, sagt er. Und vielleicht beginnt genau hier ein Morgen am Traunsee: wenn alles ein bisschen langsamer ist, der See still daliegt und aus einem einfachen Ei plötzlich ein Moment wird, den man bewusst wahrnimmt.

Dieser Beitrag basiert auf der Originalfassung von Philipp Braun (OÖNachrichten, 29. März 2026) und wurde für Das Traunsee – Das Hotel zum See  adaptiert. Alle Bilder Copyright: Volker Weihbold 2026.

Ein Lebensmittel, das alles kann

Eier liefern hochwertige Proteine, wichtige Vitamine wie A, D und B12 sowie Spurenelemente wie Eisen und Kalium. Die alte Cholesterin-Debatte gilt längst als überholt – ein Ei ist kein Risiko, sondern ein guter Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung.

Was dabei oft vergessen wird: Qualität beginnt nicht in der Pfanne. Bio-Eier enthalten mehr Omega-3-Fettsäuren, und auch die Haltung der Hühner macht einen Unterschied. Nagl hält selbst verschiedene alte Rassen und weiß genau, was seine Tiere fressen. Man schmeckt, wo etwas herkommt.

Kochen ist Gefühl – und Timing

Ein Ei perfekt zuzubereiten, ist keine Wissenschaft – aber auch kein Zufall.

Ein weiches Ei braucht rund fünf Minuten und zwanzig Sekunden, ein hartes etwa acht Minuten. Dazwischen liegt der Spielraum, in dem jeder seinen perfekten Punkt findet.

Beim Pochieren zeigt sich, wie viel ein kleiner Trick verändern kann: Das Ei zuerst in etwas Essig aufschlagen, dann ins leicht siedende Wasser geben und mit einem sanften Strudel in Form halten. Nach drei bis vier Minuten ist es fertig. Einfach – wenn man weiß, wie.

Frühstücksklassiker – und warum sie nicht alle gleich sind

Spiegelei, Rührei, Eierspeis, Omelett oder Bacon & Eggs – vieles wirkt vertraut. Und doch sind es genau hier die Unterschiede, die entscheidend sind.

Beim Spiegelei setzt Lukas Nagl auf eine klare, schnelle Zubereitung: Butter in die Pfanne, Ei hinein, gesalzen wird nur das Eiweiß. Drei Varianten sind üblich – „sunny side up“ (einseitig gebraten), „over easy“ (gewendet, Dotter bleibt weich) oder beidseitig durchgebraten.

Auch Speck ist nicht gleich Speck:
Bei Bacon & Eggs wird zuerst der Bauchspeck gebraten, danach garen die Eier direkt darauf.
Beim Spiegelei mit Speck hingegen werden beide getrennt zubereitet – ein kleiner Unterschied, der geschmacklich viel ausmacht.

Und dann wären da noch Rührei und Eierspeis – oft verwechselt, aber klar unterschiedlich:
Beim Rührei werden die Eier vorab in der Schüssel aufgeschlagen, gewürzt und erst dann in die Pfanne gegeben.
Die Eierspeis entsteht direkt in der Pfanne – die Eier werden hineingeschlagen und dort verrührt.

Zwei Zubereitungen. Zwei Texturen. Zwei ganz eigene Erlebnisse.

Ein Ei kennt keine Grenzen

Was ein Ei alles kann, zeigt sich besonders beim Omelett.

Die europäische Variante ist locker, gefüllt und zusammengeklappt. In Japan entsteht daraus Tamagoyaki – schichtweise gerollt, leicht süßlich und fein strukturiert. Und in Kalifornien wird es mit Brot, Chili, Zwiebeln und Kräutern zu einer ganz eigenen Interpretation.

Immer bleibt das Ei die Basis. Und verändert sich doch jedes Mal.

Und dann noch etwas Süßes

"Ich bin eigentlich ein Dessertkoch. Das taugt mir voll. Jeder hat Eier, Butter, Zucker, Milch daheim. Man muss nicht in den Supermarkt gehen, kann alles daheim machen", sagt Nagl. Schneenockerl in Kanarimilch zum Beispiel – dauert keine 15 Minuten. 1 EL Zucker mit 1 Eiklar steif schlagen, 200 ml Milch mit Vanilleschote erwärmen, Schneenockerl hineingeben, Deckel drauf. Sobald sie aufgegangen sind, Dotter mit 1 EL Zucker verrühren und zügig in heiße Milch rühren – Ei der Daus. Schnell, perfekt, genial – so wie ein Ei halt.

Ein Moment, der bleibt

Vielleicht ist es genau das, was man vom Ei lernen kann.

Dass es nicht viel braucht. Dass Qualität im Detail liegt.
Und dass man sich manchmal einfach Zeit nehmen sollte.

über den Autor

Nadja Rauss,
Marketing

Als Quereinsteigerin im Gastgewerbe bringe ich einen reichen Erfahrungsschatz im Marketing mit, insbesondere im Bereich Brand Management und der Entwicklung ganzheitlicher Markenerlebnisse. Angetrieben von meiner kindlichen Neugier und dem Staunen über die Wunder der Welt lebe ich Werte wie Wertschätzung, Mut und Freundlichkeit – Qualitäten, die sowohl mein persönliches Leben als auch meine Arbeit bei der GRÖLLER Hospitality prägen.