Traunseehotels Blog

Kulinarische Zeitreise ins Wirtshaus der alten Römer

Avatar of Gastautor Gastautor - 19.04.2019 - Kulinarik & Genuss

Bereits zum zweiten Mal fand am Traunsee das Wirtshausfestival FELIX statt. Mit Spannung hatten mein Mann Rene (45) und ich, Claudia (40), die Veranstaltung erwartet, denn sie sorgte schon 2018 für jede Menge Aufsehen. Und was soll ich sagen, unser Abend war einfach wunderschön! Die außergewöhnliche Atmosphäre, die sanften Harfenklänge und natürlich die exquisiten kulinarischen Kreationen: All das hat uns vollkommen verzaubert! Doch lassen Sie mich am besten von Anfang an erzählen.

Marcus Gavius Apicius, der „Sternekoch“ der Antike

Die Veranstalter stellten sich in diesem Jahr einer ganz besonderen Herausforderung: im Rahmen eines spektakulären Genussabends sollten nämlich einige Gerichte aus dem einzigen überlieferten Kochbuch der Antike nachgekocht werden.


„Autor“ dieses berühmten Kochbuchs war vor sehr langer Zeit Marcus Gavius Apicius, ein genauso exzentrischer wie genialer Erfinder erlesener Gerichte. Der römische Feinschmecker kam im Jahr 25 vor Christi Geburt zur Welt und galt als ausgewiesener Schlemmer. Noch im Mittelalter wurde sein Name in einem Atemzug mit dem Begriff Völlerei genannt. Mindestens zwei Kochbücher soll Apicius damals verfasst haben, seine Rezeptsammlung „De re coquinaria" (übersetzt: „Über die Kochkunst") ist in zwei karolingischen Handschriften des neunten Jahrhunderts als einziges Kochbuch der Antike bis heute erhalten. Ein kulinarischer Schatz aus der Vergangenheit sozusagen!

Die Köche am Genussabend: geniale Meister ihres Fachs

Alfio Visalli aus Sizilien mit Katharina Valle-Hackert (Marketing Traunseehotels)

Der Executive Küchenchef vom Restaurant Bootshaus, Lukas Nagl, wurde im vergangenen Jahr nicht umsonst mit drei Hauben belohnt. Dank seiner Kreativität ist er nämlich schon lange eine feste Größe in Österreichs Gourmetszene. Mit Genialität und ganz viel Fingerspitzengefühl ist es ihm gemeinsam mit seinen nicht minder begabten „Mitstreitern“ gelungen, die antiken Gerichte an diesem besonderen Abend in eine moderne und zeitgemäße Gourmetküche zu transferieren.


Küchenchef Michael Kaufmann gehörte an diesem Abend natürlich ebenfalls zur „Crew“. Ihnen zur Seite stand Gastkoch Alessandro Gavagna, ein friulanischer Spitzenkoch und Inhaber eines Michelin-Sterns. Er ist dafür bekannt, aus hochwertigen Produkten regelrechte Kunstwerke zaubern zu können.


Ebenfalls dabei: Alfio Visalli aus Sizilien. Seine original sizilianische Bottarga ist weltweit als Delikatesse bekannt. Es handelt sich dabei übrigens um eine traditionelle Fischspezialität: Als Bottarga werden die luftgetrockneten und gesalzenen Eiersäcke vom Thunfisch bezeichnet. Dieses wahrlich meisterhafte Quartett verwöhnte uns an diesem Abend also mit einem spektakulären mehrgängigen Menü, das sich an dem antiken Kochbuch des römischen Schlemmers Marcus Gavius Apicius orientierte. 

Das Menü: ein kulinarischer Hochgenuss

Schon beim Aperitif servierte uns das sehr freundliche Serviceteam exquisite Happen, die geschmacklich und optisch viel mehr als nur eine nette Einstimmung waren. Perlhuhn-Salat und gegrillte Artischocke, weiße Melanzani und eine köstliche Spinat-Frittata: Mein Mann und ich waren gleich zu Beginn absolut begeistert.


Anschließend wurden uns am Tisch zum Teilen weitere lukullische Highlights serviert: würziges Schafkäsebrot und Schweineschmalzbrot, dazu Dirndl Oliven, Olivenöl und verschiedene Aufstriche.


Alfio Visalli verwöhnte uns danach mit köstlicher Tropea-Zwiebel mit Garum (das Standardgewürz in der römischen Küche der Antike), Akazienhonig und Feigenmarmelade, bevor uns Lukas Nagl und Michael Kaufmann mit der Kreation „Lacus Felix“ (Hecht, Rogen und Sellerie) überraschten.


Als Hochgenuss entpuppte sich auch das „Sizilianische Urgetreide“ von Alfio Visalli, das zwar ungewöhnlich salzig, aber auch gleichzeitig außergewöhnlich gut war. Die Kombination aus Bottarga, Ricotta und sizilianischer Zitrone ist jedenfalls einfach fantastisch!


Es folgte das „Gedächtnis des Apicius“ von Lukas Nagl und Michael Kaufmann. Zugegeben, das geräucherte Lammhirn (als Suppeneinlage serviert) sah etwas gewöhnungsbedürftig aus, deswegen schalteten wir unseren Kopf einfach aus und genossen mit allen Sinnen. Geschmacklich war diese Variation nämlich überragend!


Doch die lukullische Zeitreise ging noch weiter. Der köstliche Rehbock von Alessandro Gavagna (Koriander, Weinreduktion und wilder Fenchel) schmeichelte unserem Gaumen genauso wie die römische Taube von Lukas Nagl und Michael Kaufmann.


Den krönenden Abschluss bildete dann der sogenannte "Mostkopf", eine kulinarische Geschmacksexplosion aus Pastinaken (Eis), Pfirsich und Fenchelsamen.

Das Rahmenprogramm: ein Ambiente auf höchstem Niveau

Musikalische Begleitung

Den passenden Rahmen für das außergewöhnliche Menü bildete die sympathische Autorin Katharina Seiser, die uns immer wieder unterhaltsame und originelle Passagen aus dem antiken Kochbuch von Marcus Gavius Apicius vorlas. Untermalt wurden die interessanten Auszüge von leiser und fast schon mythischer Harfenmusik, wie sie schon in der Antike bei opulenten römischen Festessen üblich war. Insgesamt bot sich uns ein absolut einzigartiges Ambiente, das wir sicherlich niemals vergessen werden. Dieser Abend war für uns  ein geschmacklicher, optischer und akustischer Traum auf allerhöchstem Niveau.


Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Beteiligten und insbesondere bei den vier Spitzenköchen für diese lukullische Zeitreise ins Wirtshaus der alten Römer!