Traunseehotels Blog

Gaumenfreuden am Traunsee

Avatar of Gastautor Gastautor - 11.10.2017 - Kulinarik & Genuss

von Gastautor Dominik P.

Nachdem Spontanität ja des Öfteren im Leben auch belohnt wird, setze ich mich am späteren Nachmittag einfach ins Auto und fahre seit langer Zeit wieder mal an den Traunsee.

Der Herbst soll sich dieses Wochenende von seiner schönsten Seite zeigen und wo kann man das besser genießen als zwischen Bergen und Seen.

 

Da der schönste Fleck am See, das Seehotel Das Traunsee dieses Wochenende bereits voll ausgebucht ist, finde ich im nur 200m entfernten Schwesternhotel Unterschlupf.

Im Symposion Hotel Post ist der Andrang auch nicht weniger groß, einzig ein Doppelzimmer ist noch frei. Da dieses direkten Blick auf den See bietet, überlege ich nicht lange und schlage dort meine sprichwörtlichen Zelte auf.

 

Das Glück scheint diesen Abend wirklich an meiner Seite zu sein, denn ich ergattere im „Bootshaus“, dem mehrfach ausgezeichneten Gourmet Restaurant im „Traunsee“ noch einen Tisch.

Schnell ausgepackt, geduscht und umgezogen, geht es zu Fuß durch die Traunkirchner Abendluft.

 

Das Restaurant wurde erst vor ca. 5 Jahren eröffnet, wirkt sehr modern und harmonisch und wird vom talentierten Lukas Nagl bekocht. Das Menü klingt schon beim Durchlesen sehr vielversprechend und ich entscheide mich für die große kulinarische Reise mit dem klingenden Namen: „Im Wandel der Werte“.

 

Das gedämpfte Licht und der Blick über den Traunsee wirken sehr beruhigend und steigern gleichzeitig die Vorfreude auf das Kommende.

Alleine die vielen Grüße aus der Küche vorab lassen einen kurz innehalten während sich ein Lächeln auf dem Gesicht breitmacht.  Hier sieht man schon, dass hier ein Team am Werk ist, das sein Handwerk versteht. Eine Vielzahl an vorzugsweise maritimen Aromen prasseln sanft auf den Gaumen ein und das soll erst der Anfang gewesen sein. 

 

Eine reine Farbenpracht!

 

Der erste Gang: Paradeiser / Ziegenfrischkäse / Physalis / Butternußkürbis Süß, saftig, ein leicht herber Geschmack, ein perfekter Einstieg

Das nächste kulinarische Kunstwerk: Wildkrebse / Gurken / grüner Anis / Salzkohlrabi

Nicht nur optisch ein Highlight!

Reinanke / Holler / grüner Wacholder / rote Rüben

Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Toll angerichtet unter Einsatz sehr schmackhafter Produkte!

Traunbarsch / Fisolen / grüne Haselnüsse / heimischer Pfirsich

Wieder ein Gericht, dass sowohl frisch und leicht daherkommt und im Geschmack den vorigen Gerichten in so gut wie nichts nachsteht. Handwerklich wieder toll gearbeitet und selbst die Teller sind bei jedem Gang ein Highlight für sich.

 

Seesaibling / Pastinake / Rettich / saure Quitte

Sämtliche Fische kommen entweder direkt aus dem Traunsee oder aus den umliegenden Gewässern.

Es macht einfach Spaß diese frischen Zutaten mit der leichten Säure zusammen zu probieren.

 

Da ich selbst gerne mal von Zeit zu Zeit Innereien esse, habe ich auch mit Haferwurzel / Entenklein / Berberitzen / Birne keine Schwierigkeiten. Ein geniales Gericht bei dem die Enteninnereien teilweise

in ein Germteigbällchen eingearbeitet wurden. Optisch wieder ein absolutes Highlight und sicher nur auf ganz, ganz wenigen Karten (wenn überhaupt) des Landes zu finden.

 

Als nächstes wird Bluntz´m / Frühkraut / Topaz Apfel / Verbene serviert.

Bodenständig, rustikal, trotzdem frisch und modern – großes Kino!

 

Selten so einen zarten Rehbock gegessen!

Wenn das Fleisch ohne Messer zu zerteilen ist und fast auf der Zunge zergeht, kann man sich einfach schwer zurückhalten. Rehbock vom Feuerkogel / Melanzani / Salzzwetschken / Verbene – stimmig vom Anfang bis zum Ende.

 

Das Dessert kommt gerade zur rechten Zeit.

In einer schönen Schale werden Waldheidelbeeren / G`stockter Rahm / Schokobunkl / Baiser serviert.

Optik und Geschmack gehen auch hier wieder Hand in Hand und bilden einen mehr als würdigen Abschluss für ein fulminantes Menü.

Ein lachendes und ein weinendes Auge

Man versucht mich noch mit hausgemachten Pralinen zu ködern, aber ich muss leider passen.

Jedoch die Präsentation bleibt mir vermutlich länger im Gedächtnis.

In einer Art alter Nähkiste finden auf mehreren Etagen viele Köstlichkeiten Platz, die ich dann hoffentlich beim nächsten Besuch verkosten darf.

 

Wenn die Erwartungen an einen Abend wie diesen bei weitem übertroffen werden, verlässt man das Restaurant als Gast mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Was sich in den letzten Stunden abgespielt hat, muss man erlebt haben. Eine sehr feine Küche die aber keineswegs abgehoben sondern mehr als geerdet wirkt.

Ob der nächste Besuch wieder so spontan passieren wird, kann ich jetzt noch nicht sagen.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit gehe ich auf Nummer sicher, dass ich zumindest wieder einen Platz im Restaurant bei Lukas Nagl ergattere. 




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