Ein Besuch in der Glöcklerkappenwerkstatt

Avatar of Katharina Valle-Hackert Katharina Valle-Hackert - 12.12.2016 - Brauchtum & Tradition

Am zweiten Adventwochenende besuchte ich am Samstag mit meiner Familie den Weihnachtsort Traunkirchen. Nach einer „Kripperlroas“ in der eindrucksvollen Krippenausstellung „Damals & Heute“, war der Besuch der Glöcklerkappenwerkstatt ein wirklicher Höhepunkt.

 

Ein kleines, beleuchtetes Schild in Form einer Glöcklerkappe weist Besuchern während der Weihnachtsort Wochenenden den Weg in das ehemalige Musikheim im historischen Zentrum von Traunkirchen Ort, das heute Heimat einer Glöcklerkappenwerkstatt ist.

 

Eine illustre Runde Herren empfängt uns und ist gut gelaunt bei der Herstellung von verschiedenen Elementen der Glöcklerkappen. Ein Mitglied der „Fuzzy Pass“ erzählt mir, dass sie bereits Ende Oktober mit dem Bau der neuen Glöcklerkappe beginnen. Eine pro Jahr. Verständlich bei einer Zeit von 300 bis 500 Stunden, die die Herstellung so eines Kunstwerkes in Anspruch nimmt.

 

Wer die Motive auswählt möchte ich von ihm wissen. Das ist ganz unterschiedlich und oft ist es einfach der Lieblingsplatz oder das Lieblingswirtshaus eines Mitgliedes. An einer Pinnwand sehe ich das Gerüst eines mir gut bekannten Hauses – ein junges Mitglied der Fuzzy Pass erstellt gerade mit Hilfe eines erfahrenen Mitgliedes eine Kappe mit dem Motiv des ehemaligen Hotel Post. Heute das Symposion Hotel Post am Ortsplatz mit dem Wirtshaus Poststube 1327.

 

Meine Tochter ist ganz fasziniert von der Arbeit dieser Männer. Eine Schablone wird auf Tonpapier gelegt, das Vorgezeichnete dann ausgeschnitten. Danach werden die Löcher für die einzelnen Flächen ausgestanzt und das Hinterkleben der einzelnen Teile beginnt und diese nehmen langsam Form an. Dann geht es an den aufwendigsten Teil der Kappe, der Arbeit an dem Mittelbau.  

 

Die Fuzzy Pass wird noch viele gemeinsame Stunden bis zum 5. Jänner gemeinsam in der Werkstatt verbringen. Bei diesen Treffen steht nicht nur die Arbeit an den Kappen, sondern auch das "Zaum’singa" auf dem Programm.

 

Das Ziel der harten Arbeit ist alljährlich der 5. Jänner, die letzte Rauhnacht. An diesem Abend begehen alljährlich eine Vielzahl von sogenannten „Glöckler – Passen“ (Gruppen) den Glöcklerlauf.  Mit Einbruch der Dunkelheit treffen sich die Mitglieder der Pass, angeführt von einem Vorläufer mit einem schwarz angemalten Gesicht. Alle sind in weiße Gewänder gehüllt und haben große Kuhglocken umgebunden.

 

Gelaufen wird zu verschiedenen Häusern im Ort und die dort lebenden Familien laden die Glöckler zu einem kleinen Umtrunk mit Jause ein. Gedankt wird traditionell mit einem Lied und guten Wünschen für das neue Jahr. Gesungen werden dabei von den Glöcklern alte Krippen- und Hirtenlieder.

Ein Besuch in der Glöcklerkappenwerkstatt

Glöcklerkappen Teile
Ankündigung Glöcklerlauf Traunkirchen


Über Katharina Valle-Hackert

 

Katharina ist in den Traunseehotels für Marketing & Verkauf verantwortlich. Ihre Freizeit verbringt Sie mit ihrer Familie am liebsten in der Natur.